„Game of Thrones“: Warum aus der Schlacht von Königsmund niemand als Gewinner hervorgeht

Es gibt wohl kaum eine „Game of Thrones“-Folge, die so stark polarisiert hat, wie die am 12. Mai 2019 ausgestrahlte vorletzte Episode der finalen Staffel. Nicht genug, dass einige bedeutende Charaktere auf für viele Fans unbefriedigende Weise ihr Leben lassen mussten – auch die Charakterentwicklung der Überlebenden wird von einigen Zuschauern scharf kritisiert.

Damit Ihr selbst entscheiden könnt, wie angebracht diese Kritik ist und ob aus „Die Glocken“ wirklich keine der Figuren als Gewinner hervorgehen konnte, haben wir für Euch die am lautesten artikulierten Beschwerden zusammengefasst.

1. Daenerys Targaryen

Dem Wahnsinn verfallen: Daenerys Targaryen.

Die offensichtlichste Verliererin dieser Folge ist Daenerys Sturmtochter höchstpersönlich. Hatten die Fans der Drachenkönigin zuletzt noch gehofft, der sich andeutende schleichende Wahnsinn in den Augen Daenerys‘ solle ihn auf eine falsche Fährte locken, so wurden diese Hoffnungen mit der vergangenen Folge endgültig vernichtet.

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Dabei sieht anfangs alles so gut aus: Auf dem Rücken ihres Drachens Drogon schafft Daenerys es, die Flotte Eurons außer Gefecht zu setzen. Nachdem sie auch einen großen Teil der Goldenen Kompanie in Flammen aufgehen lässt, wird mit dem Läuten der Glocken verkündet, dass sich Cerseis Armee geschlagen gibt.

Doch das reicht der rachsüchtigen Daenerys nicht. Verrückt vor Trauer um ihre beiden Drachen Rhaegal und Viserion, sowie ihre engsten Vertrauten Ser Jorah und Missandei eröffnet Daenerys das Feuer und brennt ganz Königsmund nieder – samt unschuldiger Frauen und Kinder. Diese Grausamkeit wird von vielen Fans vor allem deshalb kritisiert, weil sie aus dem Nichts zu kommen scheint. Das Tempo, in dem sich Daenerys‘ von einer großmütigen und fairen Herrscherin zur rachsüchtigen Todesgöttin entwickelt habe, spreche für Faulheit bei der Charakterentwicklung, so einige Zuschauer.

Mit dieser Aktion hat Daenerys nun nicht nur die Hauptstadt ihres zukünftigen Königreichs, sondern auch den Respekt all ihrer Gefolgsleute verloren. Einzig Greyworm, der selbst um seine von Cersei getötete Missandei trauert, scheint seiner Königin noch treu ergeben.

Es lässt sich bezweifeln, dass Daenerys die finale Episode überleben wird. Die einzig verbleibende Frage ist, wer ihr den Todesstoß geben darf.

2. Cersei Lannister

Opfer ihres eigenen Stolzes: Cersei Lannister.

Dass Cerseis Selbstsucht ihr eines Tages zum Verhängnis werden würde, war fast klar. Allerdings hatte wohl niemand damit gerechnet, dass schließlich ein herabstürzender Palast für ihr Ende verantwortlich sein würde. Zu überzeugend waren all die Spekulationen, dass entweder Jaime oder Tyrion notgedrungen für Cerseis Ableben sorgen würden – immerhin war es das, was die Prophezeiung aus Cerseis Kindheit verkündet hatte.

Viele Fans sind nun enttäuscht, dass Cersei auf solch unspektakuläre und erniedrigende Weise gestorben ist. Dabei ist ihr Ableben doch eigentlich ganz poetisch: Wegen ihres Hochmuts und ihrer Sturheit wird Cersei gemeinsam mit ihrem „partner in crime“ Jaime unter den Trümmern ihres eigenen Palasts vergraben. Damit ist Publikumsliebling und Underdog Tyrion der einzig verbliebene Lannister – zumindest vorerst.

3. Jaime Lannister

Wäre besser bei Brienne geblieben: Jaime Lannister.

Auch über Jaimes Entwicklung sind einige Fans enttäuscht. Immerhin konnten sie im Laufe der vergangenen Staffeln einen positiven Wandel des Königsmörders mitverfolgen, der schließlich in einer leidenschaftlichen Nacht mit der liebenswerten Brienne von Tarth seinen Höhepunkt fand.

Dass Jaime Brienne unter dem Vorwand verlässt, er sei genau so grausam wie seine Zwillingsschwester Cersei und müsse deshalb zu dieser zurück, ist daher schwer nachzuvollziehen.

Die unorthodoxe Liebe zu seiner Zwillingsschwester muss Jaime schließlich mit dem Leben bezahlen. Wäre er doch nur bei Brienne geblieben…

4. Tyrion Lannister

Hat auf die falsche Königin gesetzt: Tyrion Lannister.

Zwar schafft es Tyrion, die vergangene Folge körperlich unversehrt zu verlassen, allerdings wird er sich damit arrangieren müssen, mitverantwortlich für den Tod tausender unschuldiger Menschen zu sein. Auch sein Verrat an Varys‘, den dieser mit dem Tod bezahlen musste, erscheint im Angesicht der aktuellen Situation komplett sinnlos.

Zusätzlich hat Tyrion trotz seines Versuchs, das Schlimmste zu verhindern, mit Daenerys‘ Angriff seine letzten beiden Familienmitglieder verloren.

Wurde der jüngste Lannister zu Beginn der Serie vor allem wegen seines scharfen Verstands von den Zuschauern geliebt, so waren seine naive Leichtgläubigkeit und der Hang zu falschen Entscheidungen in den vergangenen Folgen für viele Fans schier unerträglich. Tyrion mag (noch) am Leben sein, aber ob er seine Fehler im Laufe einer einzigen Folge wieder gutmachen kann, bleibt abzuwarten.

5. Sandor Clegan

Kam dieses Mal nicht mit dem Leben davon: Sandor Clegane.

Auch von Sandor Clegane mussten die Zuschauer in „Die Glocken“ Abschied nehmen. Neben Daenerys ist er der Einzige, der in Königsmund das erledigt, wofür er in die Stadt gekommen ist. Nach einem kräftezehrenden Kampf tötet er mit einem waghalsigen Sprung in die Tiefe nicht nur seinen verhassten Bruder Gregor, sondern auch sich selbst.

Damit könnte man ihn fast als Gewinner zählen – aber eben auch nur fast.

6. Jon Snow

Will kein König sein: Jon Snow.

Jon Snows Treueschwur gegenüber Daenerys  war ein ebenso schwerwiegender Fehler wie seine Entscheidung, Sansa und Arya schon vor dem bevorstehenden Angriff von seiner tatsächlichen Identität zu erzählen. Schließlich ist es vor allem Jons (aka Aegon Targaryens) rechtmäßiger Anspruch auf den Thron, der Daenerys‘ Paranoia seit einigen Folgen Stück für Stück befeuert.

Ähnlich wie Tyrion trägt somit auch Jon Schuld an dem grausamen Inferno. Ob dieses schlechte Gewissen ihn aber davon überzeugen kann, den Eisernen Thron doch noch zu besteigen, bleibt abzuwarten.

7. Arya Stark

Doch nur eine Sterbliche: Arya Stark.

War Arya nach ihrem Sieg über den Nachtkönig für viele Fans die unbestrittene Heldin der Serie, so musste sie in dieser Folge einen herben Rückschlag erleben. Erst lässt sie sich von Sandor dazu überreden, Cersei doch nicht zu ermorden und stattdessen zu fliehen. Dann sieht sie sich schließlich dazu gezwungen, zwischen Asche, Schutt und Leichen ums nackte Überleben zu kämpfen.

Auch Arya überlebt die Schlacht von Königsmund. Doch dass die erlebte Gräueltat Narben auf ihrer Seele hinterlassen hat, zeigen die Tränen in ihren Augen, als sie den Trümmern entsteigt. Fans hoffen nun, dass die jüngste Stark in der nächsten Folge noch rechtzeitig zu ihrer gewohnten Form zurückfindet und die grünäugige Drachenkönigin zur Strecke bringt.

Die sechste und damit finale „Game of Thrones“-Folge wird am 19. Mai auf HBO und direkt danach in Deutschland auf Sky ausgestrahlt und im Stream verfügbar sein. Zuletzt kündigte HBO für den 26. Mai eine Dokumentation zur Serie mit dem Titel „The Last Watch“ an.

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